Tourdaten
Distanz
65 km
Anstieg
200-400 hm
Dauer
3-5 Stunden
Einsteigen und los geht’s – Anreise mit dem Zug
Amstetten: Das bietet sich als perfekter Startpunkt auf der Weststrecke für einen Tagesausflug an. Dank der schnellen Verbindung ist die Tour auch locker von Salzburg, Tirol oder Wien in einem Tag zu machen. Wichtig ist zu wissen, dass man in allen überregionalen Verbindungen wie dem Railjet, dem Railjet Express und in der Westbahn zwingend eine Fahrradreservierung braucht. Das ergibt bei der begrenzten Anzahl an Stellplätzen auch Sinn. Die Reservierung und das Fahrradticket sind über die ÖBB-Ticket-App und über die Westbahn-Website einfach zu bekommen.
Wir sind zu zweit unterwegs und reisen aus Tirol und von Seekirchen am Wallersee an. In Salzburg wartet schon der erste Klimaticket-Bonus: Hier ist die Fahrradmitnahme mit dem Klimaticket in den Regionalzügen gratis. Die Strecke alleine ist schon traumhaft – vom Westen kommend geht es kurz nach Salzburg direkt am Wallersee vorbei. Den Blick Richtung Süden gewandt, sieht man die Ausläufer der Salzkammergutberge. Dann wird es flacher, und man erkennt die besungene Landschaft der Bundeshymne: Land der Dome, Äcker und Land am Strome. Genau zu dem Strom geht es – zur Donau.

Der Donauradweg, aber gegen den Strom

Der Donauradweg wird klassischerweise in zwei Abschnitte geteilt: Einmal von Donaueschingen bis nach Passau (auch deutscher Donauradweg genannt) und einmal von Passau bis nach Bratislava (auch österreichischer Donauradweg genannt). Wie bei allen Flussradwegen, die dem Verlauf folgen, geht es meist sanft bergab. Da wir flussaufwärts fahren, ist die Steigung ebenfalls sehr mild, und man merkt sie kaum. Natürlich bietet sich der gesamte Verlauf von Passau bis nach Wien als Radreise mit dem Klimaticket an. Dazu sollte man aber deutlich mehr Zeit mitbringen. Der Donauradweg ist mit Sicherheit einer der meistbefahrenen Fernradwege Europas. Dementsprechend gut ausgebaut sind die Wege und die Beschilderung.
Einmal in Amstetten angekommen, zahlt sich eine kleine Runde durch die Fußgängerzone aus – egal ob für den ersten Café, eine kleine Jause oder einfach nur zum Flanieren. Der Start und somit der Weg bis zur Donau richtet sich nun ganz nach deinen Ansprüchen. Für uns war klar: keine Landstraße, sondern Nebenstraßen, und es darf gerne auch mal auf Schotterpisten holprig werden, damit die Gravelbikes auch ihre Berechtigung bekommen. Mit diesen Vorgaben haben wir uns einen Tourstart durch Wälder, über Schotter, Wiesen und Hackschnitzel zurechtgesucht. Für uns inneralpine Bergbewohner gab es sogar überraschend anspruchsvolle Anstiege – ja, mitten in Niederösterreich. Mit Rennrädern oder straßenorientierten E-Bikes würde ich eine klassischere Route auf Asphalt empfehlen.
zur Donau
Unser erstes Ziel lautet Wallsee. Dort kommen wir das erste Mal an die Donau – und gleich dahinter auch über die Donau. Man darf sich nicht täuschen lassen: Die erste Brücke geht nur über einen Seitenarm. Bei der zweiten Brücke, genau genommen einem einspurig befahrbaren Kraftwerk, gibt es eine Ampelregelung mit 10 Minuten Wartezeit. Schattenspendende Bäume und die herabstürzenden Wassermassen lassen die Zeit aber schnell vergehen. Beim Queren wird mir das erste Mal klar, was das für ein enormer Strom ist, dem wir heute ein paar Kilometer folgen dürfen.
Schon vor dem Ort Wallsee merkt man, wie die Dichte an mit Fahrradtaschen bepackten RadlerInnen zunimmt und die Beschilderung den Donauradweg anzeigt. Nach den ersten hügeligen Kilometern und Höhenmetern wird es jetzt flach. Was haben wir bisher gesehen? Im Grunde ist es ganz schön kitschig – mit sanften Hügeln, weiten Weizenfeldern, Bauernhöfen mit jeder Menge Tieren und der einen oder anderen Allee, der man verträumt folgen kann.

Entlang des Donauradwegs

Ab der Donau wird es schlagartig flach, und verirren ist für eine geraume Zeit relativ schwer. Die Strecke führt bis Mauthausen immer nahe an der Donau entlang. Vorsicht an sehr heißen Tagen: Mit dem Schatten der Bäume ist es hier für mehrere Kilometer vorbei. Auch Brunnen sind eher seltene Zeitgenossen – also heißt es, jede Gelegenheit nutzen, um die Flaschen aufzufüllen. Kleine Einkehrmöglichkeiten und Rastplätze finden sich immer wieder entlang der Strecke. Und wenn es mal ganz heiß ist, gibt es eine Alternative: Direkt am Radweg fährt man an zwei Freibädern vorbei. Wir haben der Versuchung widerstanden, da auf uns noch ein dichtes Programm in Linz wartet.
Willkommen in Linz
Von weitem zeigt die Stahlstadt, warum sie diesen Beinamen trägt: Die Industrieanlagen heißen uns in Linz willkommen. Linz ist anders – so hat es früher geheißen. Aktuell lautet der Slogan: Take a Risk, Visit Linz. Die Stadt fällt immer wieder auf, indem sie sich neu erfindet. So ist neben dem landschaftlichen und industriellen Erbe mittlerweile ein ansehnliches Kulturangebot dazugekommen.
Um das zu erkunden, bietet sich die Linz Card an, die man mit dem Klimaticket vergünstigt bekommt. Vereinfacht gesagt, ist das der Zutritt zu den wichtigsten Museen und vielen Aktivitäten. Ein Highlight sind 10 € Rabatt für die Hafentour mit der Fähre. Wir haben uns jedoch für das Lentos Kunstmuseum entschieden. Das Museum direkt an der Donau lockt mit einer ansprechenden Architektur von außen und begeistert von innen. Ein zusätzliches Plus sind die angenehmen Temperaturen. Zu sehen gibt es eine eigene Sammlung mit dem Schwerpunkt vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie wechselnde Ausstellungen. Werke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Egon Schiele habe ich davor auch noch nie in Radlerhosen betrachtet. Auf die Frage, ob das in Ordnung ist, reagierten die Damen beim Eintritt sehr entspannt. Also kein Problem – hier ist man willkommen.
Mit vielen Bildern auf der Kamera und im Kopf, schweren Beinen und rund 65 Kilometern auf dem Tacho geht es zum Linzer Hauptbahnhof. Der Railjet Express bringt uns mit nur einem Zwischenstopp bis nach Wörgl.
Heimfahrt mit dem Klimaticket
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