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Bratislava: Stadttour mit Klimaticket und Zug

Hinkommen, Ankommen und verstehen

Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, ist nur 2,10€ mit dem KlimaTicket entfernt. Auch ohne das Ticket ist Bratislava mit dem Zug einfach und günstig zu erreichen. Schon mal was vom Brutalismus gehört? Der Baustil ist in der Stadt markant verankert und schafft Identität. Wer sich durch die Stadt treiben lässt, findet sich in einem Wechselspiel aus kommunistischer Prägung, KuK-Geschichte und kapitalistischer Konfrontation wieder. In diesem Blogbeitrag bekommst du die wichtigsten Infos zur Anreise, Abreise und den Sehenswürdigkeiten.

Anreise mit dem Zug nach Bratislava

Wer aus Österreich nach Bratislava fährt, muss über Wien anreisen. In Bratislava gibt es drei wichtige Bahnhöfe: den Bratislava hlavná stanica (Bratislava hl. st. – der Hauptbahnhof), Bratislava-Petržalka und Bratislava N. Mesto. Für die Anreise aus Österreich sind nur die ersten beiden interessant. Der Hauptbahnhof Bratislava hl. st. liegt näher an der Altstadt und wird auch von schnelleren Zügen angesteuert. Der Bahnhof Bratislava-Petržalka liegt etwas außerhalb, ist aber auch noch zu Fuß zu erreichen.

Zugticket mit und ohne Klimaticket

Wer das Klimaticket besitzt, zahlt nur für die kurze Strecke zwischen der Grenze und dem jeweiligen Bahnhof. Egal, ob das Ziel Bratislava hl. st. oder Bratislava-Petržalka lautet, aktuell zahlt man einfach 2,10€ für die Fahrt. Ohne das Klimaticket gibt es spezielle Tagestickets nach Bratislava. Ganz verstanden habe ich das Ticket nicht. Hier der Link dazu. Ab Wien kostet das Hin- und Retour-Ticket aktuell 19€. Ohne Ermäßigung spielt beim Kauf einer einfachen Fahrt der Zielbahnhof sehr wohl eine Rolle. Nach Bratislava-Petržalka ist es teurer.

Ankommen in Bratislava

Bratislava Hauptbahnhof.

Der Hauptbahnhof Bratislava hlavná stanica spiegelt schön das gesamte Feeling und die Architektur der Stadt wider. Er ist eine Mischung aus alten Monarchie-Bauten und mehreren Erweiterungen. Das Hauptgebäude, ein Glas-Stahl-Komplex aus der sozialistischen Moderne, vermittelt ein etwas heruntergekommenes Gefühl. Mein Tipp ist, am Bahnhof Bratislava hl. st. anzukommen, einmal eine große Runde durch die Stadt zu drehen und dann über die Brücke Most SNP zum Bahnhof Bratislava-Petržalka und von hier wieder retour nach Österreich zu fahren.

Sehenswürdigkeiten in Bratislava

Bratislava hat etwa 480.000 Bewohner. Wer den klassischen Stadtkern und etwas drum herum sehen möchte, schafft das zu Fuß. Das würde ich auch empfehlen. Vom Hauptbahnhof los folgt man dem Weg bergab Richtung Innenstadt. Es geht vorbei an verfallenen Wohngebäuden, schönen Stadtvillen und dem Regierungssitz. Je weiter man in die Innenstadt kommt, umso mehr merkt man den Mix, den diese Stadt aus den verschiedensten Einflüssen darstellt. In manchen Stadtteilen glaubt man, in einem pannonischen Dorf zu stehen, von Wohnhäusern der 60er, 70er und 80er Jahre prangen überdimensionierte Reklamen westeuropäischer Ketten. Postkommunismus trifft auf Kapitalismus. Das funktioniert im Stadtbild mäßig gut – vermutlich ähnlich wie in der Gesellschaft selbst.

Alte Markthalle, Brutalismus und die Wiederbelebung

In der alten Markthalle geht dieser Mix aus neu und alt weiter. Der hier stattfindende Hipster-Foodmarkt im Style einer Netflix-Serie zeigt jene, die sich Hipster-Sein leisten können, und die, die wirklich noch eingelegtes Gemüse vom Land in einer Ecke verkaufen und weder wissen, was ein Hipster ist, noch dass es so etwas wie Netflix gibt.

Natürlich gibt es auch die „Must-sees“, also die Gebäude, die man vermutlich auf Symbolbildern der Stadt verorten würde. Das kann die Burg sein, das Michaelertor, die kommunistischen Bauten im Stile des Brutalismus und der sozialistischen Moderne, die Donau mit der Skyline und den Brücken oder eben das Gesamtspiel.

Brutalismus: Sozialistische Moderne in Bratislava

Eine Idee des guten Lebens für alle oder für ein paar mehr als im Kapitalismus – diesen Ansatz soll der Brutalismus (in Eigeninterpretation) darstellen. In der Realität sind es massive Betonbauten, die je nach Wertschätzung besser oder schlechter akzeptiert, restauriert und mit Leben erfüllt werden. Die bekanntesten Bauten sind die Brücke Most SNP – auch UFO-Brücke genannt –, die Slowakische Nationalgalerie, das verlassene Hotel Kyjev, das Slowakische Nationalarchiv (Augen auf – man sieht es auf einem Hügel, wenn man mit der Bahn in Bratislava einfährt), das Slovak Radio Building und einige Wohngebäude.

Viel Spaß in Bratislava!

Wenn dich Brutalismus als Baustil interessiert, solltest du dir auch meinen Beitrag über Triest anschauen:

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