Mit dem Zug zum 3086 Meter hohen Säuleck in den Hohen Tauern
Mallnitz in Kärnten ist einer der höchstgelegenen Bahnhöfe in Österreich. Mit dem Zug kommst du hier direkt ins Hochgebirge und in die Hohen Tauern. Gleich neben dem Bahnhof öffnet sich das Dösner Tal mit dem Dösner See und dem 3.086 Meter hohen Säuleck – einer der wenigen 3000er, die direkt vom Bahnhof aus zu besteigen sind. Der verhältnismäßig einfache 3000er bietet sich mit der öffentlichen Anreise an, auch dein erster 3000er zu werden. Für alle mit dem Klimaticket ist Mallnitz fast ein Pflichtpunkt auf der To-Do-Liste. In dem 750-Seelen-Dorf gleich auf der Südseite des Tauerntunnels halten alle Fernverkehrszüge wie EuroCity, InterCity, ICE und sogar der Nightjet.
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Route

Mallnitz

Dösner See

Säuleck
Kurzbeschreibung: Bahnhof Mallnitz oder Mallnitz Ort – am besten mit dem Wanderbus ins Dösner Tal – Parkplatz Dösner Tal – Konradlacke – über den Blockgletscherweg – Arthur von Schmid Haus – Wanderweg 534 – Grazer Scharte – Säuleck
Tourdaten
Distanz
21,3 km
Anstieg (ab Parkplatz)
1.660 hm
Dauer
8-10 Stunden
Karte
Mallnitz

Mit dem Zug fast bis zum Gipfel
Wanderbus Dösner Tal
So ganz mit fremden Federn möchte ich mich nicht schmücken. Genau genommen hat uns unser Gastgeber von den Apartments Hohenberger in Mallnitz den Tipp mit dem Dösner Tal und dem Säuleck gegeben. Vom Dorfzentrum und vom Bahnhof startet der kostenlose Wanderbus ins Dösner Tal. Er fährt nur am Wochenende, und mit ihm spart man sich ca. 1,5 Stunden Gehzeit. Man kann aber auch direkt vom Bahnhof starten. Ein längerer Aufenthalt in Mallnitz ist von meiner Seite genauso zu empfehlen wie ein so netter Gastgeber wie bei den Hohenberger Apartments. Also Frühstück beim Bäcker holen und los geht’s auf den 3000er – direkt aus dem Zug oder dem Bergsteigerdorf Mallnitz.
Dösen Tal
Aus dem Zug in die Natur
Kühe, Almwiesen und Walderdbeeren
Am Parkplatz Dösner Tal angekommen, geht es durch ein kurzes Waldstück, bevor sich das Tal weit öffnet und wunderschön präsentiert. Ebenso hat sich uns gleich mal eine Kuhherde und jede Menge Walderdbeeren präsentiert. Wer eine natürliche Scheu hat, dem darf man gratulieren. Das ist besser und gesünder, als wenn man glaubt, eine Kuhherde sei ein Streichelzoo. Besonders wenn Jungtiere dabei sind, sollte man die Herde umgehen. Mein Spezialtipp ist, ruhig mit den Kühen zu reden. Dann erschrecken sie nicht und merken, dass jemand kommt.
Vorbei geht es erst an der Dösner Alm und dann an der herrlichen Konradlacke. Sie liegt traumhaft, von Wasserfällen umgeben, aber seelenruhig da. Verlaufen kannst du dich hier nicht – es geht immer geradeaus. Bis zu dem kleinen See ist die Tour relativ einfach und auch für Ungeübte gut machbar.

Almparadies

Entlang des Blockgletscherweg
Da möchte man eine Kuh sein
Durch einen Anstieg im Wald folgt man dem Blockgletscher-Weg zur Dösner Hütte. Die Hütte ist von weithin sichtbar und nicht zu verwechseln mit dem Arthur-von-Schmid-Haus, von dem uns noch weitere Höhenmeter trennen. Hinter der Alm tut sich eine unglaubliche Almlandschaft auf – wie aus einem Bilderbuch oder einem kitschigen Alpenfilm der 70er, nur eben real, mit verzweigten Bächen, Wollgras und sanften Ebenen. Statt Peter Alexander sind hier entspannte Kühe anzutreffen, mit denen man als klassischer Büroarbeiter nur zu gerne tauschen möchte.
Der Blockgletscherweg ist ein Themenweg, der beschildert diverse Themen aufgreift. Er führt – wenig verwunderlich – zu einem Blockgletscher oberhalb des Dösner Sees. Ein Blockgletscher ist ein Gletscher aus Geröll und Eis, der – anders als klassischer Permafrost – fließt.
Dösner See
Blitzblauer Bergsee und Arthur von Schmid Haus
Atemberaubend schön
Es folgt ein Anstieg neben einem Wasserfall. Auf der Anhöhe sieht man schon die Fahne des Alpenvereins. Oben angekommen, sieht man als Erstes das Arthur-von-Schmid-Haus und gleich dahinter den Dösner See. Als Autor eines Buches über die Schönheit von Bergseen hat mich der Anblick fast umgehauen. Das Blau des Sees wirkt surreal! Hier verlaufen sowohl der E10 als auch andere Fernwanderwege. Wer auf der Hütte übernachten möchte, ist mit einer Reservierung gut beraten.

Säuleck
3086

Hoch zum 3000er
Über Steinblöcke
Vom Arthur-von-Schmid-Haus gibt es verschiedene Routen: über den Blockgletscher (rechts vom See, dauert ca. 1,5 Stunden länger), links vom See über die Seealm – und hier teilt sich der Weg in einen Normalweg und einen schwierigen Klettersteig. Der Normalweg (534) führt über riesengroße Felsblöcke, die aber allesamt relativ gut zu überqueren sind. Ab der Grazer Scharte gibt es den ersten Ausblick auf die Nachbargipfel und den letzten Anstieg hoch zum Gipfel des 3000ers.
Weitsicht
GRandioser Rundumblick
Hochalmspitze, Ankogel und viele Gletscher
Das Gipfelkreuz selbst ist leicht unterhalb des eigentlichen Gipfels. Der Säuleck ist 3.086 Meter hoch und verhältnismäßig einfach zu besteigen. Es gibt keine Gletscherquerung, und der Weg ist weitestgehend wenig ausgesetzt. Von dem leicht versetzten Gipfelkreuz gibt es eine sensationelle Aussicht auf den darunter liegenden See. Wie eine blaue Perle strahlt er aus der Geröllwüste hervor. Der Rest des 360-Grad-Panoramas braucht sich auch nicht zu verstecken – so wie die kleine Maus, die Essensreste der Wanderer gejausnet hat. Gletscher nah und fern, ein Gletschersee und unzählige Gipfel der Hohen Tauern lassen uns staunend zurück.

Abstieg
Schnell runter oder in die Hütte
Den Berg hast du erst bestiegen, wenn du wieder sicher unten bist
Wie immer gilt es auch beim Abstieg, konzentriert zu bleiben. Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route. Wer Zeit und Lust hat, kann sich ja an den Wassertemperaturen probieren. Der See ist eiskalt! Im Hochgebirge sollte man auch immer das Wetter im Auge behalten. Der Wanderbus fährt grob alle zwei Stunden.

ResÜmee Mallnitz
Da ich grundsätzlich ein Freund der Zuganreise bin und Mallnitz als kleiner Ort beste Verbindungen und sensationelle Bergmöglichkeiten verbindet, war die Freundschaft schnell hergestellt. Mallnitz präsentiert sich wenig aufdringlich, ist Teil der Alpine Pearls und setzt auf sanften Tourismus. Die Bergtour auf das Säuleck ist ein relativ einfacher 3000er, der quasi vom Bahnhof aus erreicht werden kann. Von mir gibt es eine klare Empfehlung, aber bitte lass das Auto zu Hause stehen.
Viel Spaß auf der Tour und schau dir gerne meine weiteren Tourenberichte an.
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