Ciao, bella Trieste
Triest rückt nun wieder ein Stück näher an Österreich heran. Mit der Eröffnung des Koralmtunnels verkürzt sich die Zugfahrt ab Wien deutlich. Gleichzeitig gibt es mehrere neue Direktverbindungen aus Österreich. Mit dem Klimaticket zahlt man erst ab der Grenze, also ab Tarvisio Boscoverde. Ob mit dem Zug oder als Ziel des Alpe-Adria-Radwegs – Triest ist eine absolut sehenswerte Stadt. Als Mitautor des Buches Lost Places Kartenrätsels von Dumont war ich erstaunt wie viele spannende Plätze es hier gibt.






Insider Tipps für Triest
Triest eignet sich perfekt für einen Tagesausflug, aber auch für längere Aufenthalte. Und wer mehr sehen möchte als nur die klassischen Top-10-Sehenswürdigkeiten, ist hier genau richtig. Ich zeige dir einen schönen Mix aus Touristenattraktionen und ein paar feinen Insidertipps zu Lost Places, verfallenen Orten und architektonischen Widersprüchen.
Triest ist Hafenstadt
Das ist sie – und das war sie eigentlich schon immer. Besonders ab dem 18. Jahrhundert, als die Stadt unter der Habsburger Herrschaft mehr Freiheiten bekam und mit steigendem Handel stetig umgebaut wurde. Die genaue Geschichte dazu bitte an anderer Stelle nachlesen. Mir geht es eher darum zu betonen, wie wichtig der Hafen, der Handel und das damit verbundene Zusammenkommen verschiedener Kulturen waren. Der Hafen erstreckt sich praktisch über die gesamte Küstenlinie von Triest. Am spannendsten ist wohl der verfallene Teil des Hafens, der nördlich aus der Stadt hinausführt.
Baden im Hafen von Triest

An mehreren Orten gibt es mitten, bzw, am Rande des Hafens Badeanstalten. Egal ob Sommer oder Winter, diese mondänen Zeitzeugen sind fast zu kitschig um wahr zu sein.

Wenn man der Straße neben dem Bahnhof Richtung Norden folgt kommt man, kurz nachdem die Schienen über die Straße queren, in das Hafenareal. Dazu biegt man links zu einem Museum ab. Die Strecke ist fast durchgehend mit dem Skateboard befahrbar. Zumindest neben der Hauptstraße. Im Hafenareal fesselt einem die verfallene, aber traditionsreiche Bausubstanz. Das ehemalige Schienennetz ist immer noch mächtig, aber schon deutlich von Bäumen überwachsen. Die Renovierung des Areals schreitet hier langsam voran.
Sonnenuntergang auf der Molo Audace

Alleine wirst du zwar nicht sein, aber das hat auch seinen Grund. Die Molo Audace bietet sich hervorragend an um der Sonne beim Untergehen zuzusehen. Triest ist mit seiner Lage auf der Ostseite der Adria eine italienische Ausnahme an der Adria. Nur auf dieser Seite sieht man die Sonne über dem Meer verschwinden. Von der Mole aus hast du auch einen wunderbaren Blick auf die Stadt, die langsam in das sanfte Rot der untergehenden Sonne getaucht wird.

Brutalismus – so gar nicht Habsburgerisch
Der Komplex Ater im Stadtteil Rozzol Melara ist für alle sehenswert, die auf der Suche nach einem wirklich authentischem Erlebnis sind. Wer sich zu dem Thema einlesen will, wird nicht wirklich schlau. Laut verschiedener Seiten wurde das Gebäude nie fertiggestellt. Wir sind trotzdem hingefahren und haben es uns angesehen. Es ist bewohnt, es ist beeindruckend, wenngleich auf positive und auch auf negative Weiße.

Der massive Betonkomplex stellt eine Art utopische Version von leistbarem und kompaktem Wohnen dar. Ob das so aufgegangen ist, sollte jeder selbst beurteilen. Das Gebäude thront auf Betonsäulen und gleicht so den Hügel aus, in den es gebaut wurde. Ein öffentlich zugänglicher Gang durchzieht den Komplex und kreuzt sich in der Mitte. Eine Begegnungszone mit vielen leeren und so manchen noch bestehenden Geschäftsflächen.
Hier findest du mehr zu dem Thema auf Wikipedia
