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Surfboard reparieren – Ding repair

Anleitung zum Reparieren von Surfboards

Hier erfährst du, wie du dein Board wieder fast wie neu hinbekommst, wenn es eine kaputte Stelle – also ein „ding“. Die meisten Surfboards sind sehr dünn geglasst. Es ist also fast nur eine Frage der Zeit, bis du deine erste Macke ins Board bekommst. Deshalb ist es immer gut, wenn du weißt, wie du es wieder reparieren kannst. Dazu brauchst du fast kein Werkzeug und für unterwegs geht es auch ganz schnell.

Oder:

Board Repair in 4 Schritten:

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Schritt 1: Surfboard trocknen und säubern

Ein Surfboard mit einer kaputten Stelle am Tail. Es ist eingedrückt uns muss repariert werden.

Wenn dein Board offen ist und somit Wasser saugt, dann raus aus dem Wasser. Je nachdem woraus dein Kern ist, kannst du es sprichwörtlich nehmen und dein Surfboardkern saugt wirklich Wasser auf. Versuche die trockene Stelle sauber zu halten: also kein Sand oder anderes Zeug reingeben. Bereiche die augenscheinlich kaputt sind, kannst du gleich mit einem Cuttermesser wegschneiden. So trocknet dir das Board schneller. Zum Trocknen solltest du das Board lieber nicht direkt in die Sonne legen, das mag es nicht und kann, wenn es innen feucht ist zu bösen Überraschungen führen. Wenn das kaputte Surfboard, also die kaputte Stelle, wirklich trocken ist geht es weiter.

Schritt 2: Begutachten und vorbereiten

Surfboard Grundwissen

Das Board besteht aus einem Kern und dem Laminat darüber. Laminat bedeutet – mit Harz getränkte Glasfasern (alternativ Aramid oder Karbon). Darüber ist meist noch eine dünne Schicht Harz für die Optik und zum Abdichten. Schau dir genau an, was alles kaputt ist und somit weg muss. Lieber mehr wegschneiden und wegschleifen und dafür sauber neu aufbauen. Wenn der Kern betroffen ist wirst du ihn entweder mit einer Füllmasse oder mit einem festen Schaumstoff wieder aufbauen müssen. Darüber kommt dann Glas und Harz. Je nachdem wie groß der Schaden ist, zahlt es sich aus sehr radikal ran zu gehen. Ist die Spitze komplett kaputt, säge sie lieber gerade ab und bau eine neue Spitze auf.

säubern und anschleifen

Als Erstes solltest du das Wachs rund um die kaputte Stelle auf dem Surfboard entfernen. Das geht am besten wenn es warm ist. Erst schaben, dann mit einem Tuch reiben. Jetzt geht es ans Schleifen. Für das neue Glas brauchst du Platz und einen guten Überlappungsbereich. Schleife die kaputte Stelle, bzw. rund um die Stelle so viel an, wie du später mit neuem Glas bedecken möchtest. Je näher du an das Ding kommst, umso tiefer kannst du schleifen. Das Anschleifen ist auch für die Haftung des neuen Laminats wichtig.

Schritt 3: Löcher füllen – Surfboard rekunstruieren

Das Tail oder auch Heck genannte Ende des Surfboards wird wieder repariert indem neuer Schaumstoff aufgetragen wird.

Jetzt geht es darum, die Form des Boards wiederherzustellen. Wenn du eine wirklich große kaputte Stelle hast, zahlt es sich aus mit Schaumstoff zu arbeiten. In dem Fall versuche vorab den Schaumstoff schon recht passend zu schleifen. Den Rest machst du nachdem es fest eingeklebt ist. Dann ist es einfach den Shape in einem zu schleifen. Ist das Loch kleiner eignet sich eine Mischung aus Harz und Glashohlkugeln. Diese Mischung kannst du so anrühren, dass eine gut streichfähige und formbare Masse entsteht. Spachtel sie in die kaputte Stelle im Board. Ein Plastiksack darüber geklebt, kann helfen die Form schön wiederherzustellen. Du kannst diesen Schritt überspringen, wenn du nur einen kleinen Riss hast und der Kern in Ordnung ist. Achte aber darauf, dass eine gute Verbindung zwischen dem Kern und dem Laminat besteht.

Mit Epoxidharz kannst du alle alten Surfboards reparieren, und das Ergebnis wird dadurch stabiler. Wie du mit Epoxidharz richtig arbeitest, zeige ich dir hier. Wenn es mal schnell gehen muss, gibt es auch sogenannte 5-Minuten Epoxi. Wie der Name schon verrät, härtet das Harz nach ca. 5 Minuten aus. Und das sind die Links zu den Materialien, die ich empfehlen kann:

Hier gibt es noch Wissen über Harze nachzulesen. Eine Übersicht an unterschiedlichen Epoxidharzen findet ihr hier. Auf der Seite gibt es auch ein interessantes Wiki zum Thema Laminieren.

Löcher Füllen

Neue Spitze

Schritt 4: Surfboard Laminieren und fertigstellen

Handlaminieren eines Surfboards mit einem Pinsel

Laminiert wird mit Glasfaser und Epoxidharz. Alle Flächen müssen sauber und angeschliffen sein, das heißt, frei von Schleifstaub und Wachsresten. Als Glas empfehle ich: Glasgewebe 163 g/m² Köper (im R&G Shop bestellen). Dazu das Epoxidharz HT2 mit Härter (hier der Link zum Harz und zum Härter). Bestreiche alles, wo später Glas drüberkommt mit Harz. Dann leg je nach Größe der kaputten Stelle mehrere Lagen Glas darüber. Das Glas schneidest du vorab passend zu. Nach jeder Lage wird das Glas mit einem Pinsel oder einer weichen Plastikspachtel mit dem Harz getränkt. Nimm lieber zu viel Harz als zu wenig. Bei größeren Reparaturen, die auch für die Stabilität entscheidend sind, versuche eine ordentliche Überlappung zu dem bestehenden Laminat herzustellen. Das sollten schon um die 5 cm rundum sein. Oberhalb der letzten Schicht kannst du dir mit einem Plastiksack (Tüte) helfen. Wenn du sie straff darüber klebst bekommst du eine schöne Form, es tropft nichts und du musst weniger schleifen. Hier der Link zum Glasgewebe, das ich empfehlen kann:

Wenn alles ausgehärtet ist, geht es an Finish und ans Schleifen. Das ist jetzt aber alles Zugabe. Wichtig ist das Glasgewebe nicht zu tief anzuschleifen. Es verliert sonst die Stabilität. Nach dem Schleifen kann man noch eine letzte Schicht Harz auftragen, wieder Schleifen und bei Bedarf lackieren.

Vorher Nachher-Ansicht von einem kaputten Surfboard-Tail.

Viel Erfolg beim Repariere von deinem Surfboard. Ich hoffe du hast noch lange Freude mit deinem Board. Bei Fragen oder Anmerkungen schreib mir gerne ein Kommentar weiter unten.

Video-Anleitungen

Für mehrere Themen kannst du dir auch Video-Anleitungen dazu anschauen:

Oder doch reparieren lassen?

Gerne kann ich die Reparatur für dein Board übernehmen. Meine Werkstatt befindet sich in Kirchberg in Tirol (Österreich). Melde dich einfach:


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