Kleine Transalp über das Stangenjoch, den Gerlospass, den Schlegeisspeicher und das Pfitscher Joch von Kirchberg in Tirol nach Sterzing

Die Alpenüberquerung über das Pfitscher Joch ist ein absoluter Klassiker. Die Frage ist, mit welchem Bike man die Tour angeht und wie man sie ergänzt. Ich wollte von zuhause, also aus dem Brixental, starten und zwei weitere Klassiker mitnehmen: dem Stangenjoch und den Gerlospass. Da ich ursprünglich noch zum Gardasee weiterfahren wollte, war mein Gravelbike entsprechend mit Bikepacking-Taschen beladen. Vorweg kann ich sagen: Das Pfitscher Joch ist mit dem Gravelbike befahrbar.
Tourenübersicht
Kirchberg in Tirol – Sterzing
1 Tag – 3 Pässe
mit Freunden teilen
Karte: Transalp – Pfitscher Joch
Der Tourenverlauf der Transalp über das Pfitscher Joch
Die Karte zeigt den Tourenverlauf von Kirchberg in Tirol, über das Stangenjoch ins Salzachtal, über die alte Gerlosstraße ins Zillertal und über das Pfitscher Joch bis Sterzing.
Stangenjoch 1.713
Vom Brixental ins Salzachtal
Start der kleinen Transalp ist im Brixental, genauer in Kirchberg in Tirol. Von hier geht es mit dem Gravelbike Richtung Aschau. Der erste Teil geht auf einem Radweg über Schotter. Es ist Mitte September und die Tage sind schon deutlich kürzer. Das macht ein langes Vorhaben über drei Pässe nicht leichter. Der Wecker läutet und noch bevor erste Zweifel aufkommen, heißt es rein in die Radelhose, Radelschuhe und ins Trikot.
Ab Aschau teilt sich der Weg. Zum Stangenjoch geht es durch den Oberen Grund, vorbei an der Kloalm und der Rettensteinalm. Wer diesen Abschnitt nicht kennt: Bis etwa zur Kloalm wimmelt es normalerweise vor Touristen. Danach verirren sich nur noch wenige bis zur Rettensteinalm und spätestens ab hier hast du deine Ruhe. Außer es ist Spätsommer und Kühe liegen breit auf der immer steiler und anspruchsvoller werdenden Strecke. Der Anstieg beginnt recht harmlos. Steine, Steigung, feuchtes Gras und jetzt auch Kuhfladen stellen meine profilarmen Gravelreifen schwer auf die Probe. Im oberen Bereich heißt es dann schieben. Als kleine Motivation für dich: Die Besten aus dem Tal fahren angeblich die ganze Strecke durch.
Salzachtal
Kurz durchschnaufen
Vom Stangenjoch startet man mit einer feinen Abfahrt über eine Schotterstraße bis zur Baumgartenalm. Außer Kühen trifft man hier meist keine Menschenseele. Ab der Alm muss man auch mit Gegenverkehr rechnen. Aufpassen! Die perfekte Piste verleitet dazu, es richtig laufen zu lassen. Dann geht es runter ins Salzachtal nach Bramberg und den Radweg bis nach Wald im Pinzgau entlang. Auf der Passage ist Entspannung angesagt.
Gerlospass 1.531
Vom Salzachtal ins Zillertal
Die alte Gerlosstraße ist ein echtes Bike-Highlight. Auf Asphalt und bei meist wenig Verkehr geht es von Wald im Pinzgau 885 m auf 1.531 m auf den Gerlospass. Hier geht es zur klassischen Gerlosrunde.


Natürlich kannst du, wie ich, zum Speichersee runterfahren und den Weg entlang des Sees nehmen. Die paar Straßenkilometer, die du dir sparst, musst du jedoch teuer mit kurzen, knackigen Offroad-Anstiegen bezahlen. Auf jeden Anstieg folgt aber eine feine Abfahrt über besten Waldboden.
Pfitscher Joch 2.248
Viel Spaß beim Quälen
Vom Gerlospass empfehle ich dir, die Straße runter ins Zillertal zu nehmen und keinesfalls irgendwelche „Abkürzungen“ zu nehmen (wie du sie auf meiner Karte siehst), die dir Bikeplanungstools vorschlagen. Über den Radweg geht es nach Mayrhofen. Kurzer Boxenstopp, um den Zuckerspeicher nochmal ordentlich aufzufüllen, und dann geht’s los. Jetzt kommt der Teil, für den du vermutlich auf meiner Seite gelandet bist. Mayrhofen liegt auf 633 m und du musst jetzt auf 2.248 m, also viel Spaß beim Quälen. Nimm die Richtung Finkenberg und weiter nach Ginzling. Auf der Straße geht es jetzt teils steil hoch bis zur Mautstelle. Kurz davor, beim Gasthaus Breitlahner, gibt es noch einen privaten Brunnen. Rennradler und Gravelbiker dürfen über die Mautstraße. MTB und Co. müssen ausweichen. Ich nehme auch die MTB-Strecke und umfahre lieber die Tunnel und Galerien mit Autoannäherungsversuchen. Die MTB-Strecke ist zwar steil, aber mit dem Gravelbike gut machbar.
Vom Schlegeisspeicher zum Pfitscher Joch
Fahren, Schieben, Staunen
Genauso wie unzählige Touristen in Autos, Bussen oder (die nervigsten) auf Motorrädern geht es nun noch bis zum Schlegeisstausee hoch. Oben angekommen wird dich zwar die Aussicht auf den Schlegeisgrund überwältigen, die hier erbaute Parkplatzfläche wird dich aber auch sprachlos machen. Dann geht es einmal gerade durch die parkenden Automassen in den Zamser Grund. Spätestens hier wird klar: Die einfache Zugänglichkeit mit dem Auto ermöglicht zwar ein Bergerlebnis für eine breite Masse, das birgt aber auch Gefahren. Habt also Nachsicht mit Menschen, die hier auf 2.000 Meter vollkommen verloren sind, keinen sicheren Tritt mehr zusammenbekommen, nicht grüßen und im Zweifel deine Hilfe brauchen.

Von der Bergsafari abgesehen ist die Landschaft grandios. Die Strecke ist anfangs noch einfach befahrbar. Dann wird es langsam anspruchsvoller. Erste Steinplatten fordern Technik und Ausdauer. Später muss geschoben werden, die Steinplatten sind zu grob. Für alle E-Biker: In den gröbsten Abschnitten gibt es Holzschieberinnen für Bikes. Der eine oder andere größere Absatz muss jedoch tragend bewältigt werden. In Summe sollte es jedoch mit dem E-Bike im Walk-Modus machbar sein. Vor dem allerletzten Abschnitt kommt noch ein kleines Plateau. Der vermutlich ehemalige Gletschersee ist heute eine wunderschöne Fluss- und Geröllebene unterhalb des Stampflkees. Der Gletscher ist ein Schatten seiner selbst. Gut zu erkennen sind die beiden Seitenmoränen, die zeigen, wo der Gletscher vor nicht allzu langer Zeit einmal war. Ich hoffe, du fährst auch mit dem Zug retour und sparst so etwas CO₂ ein – danke!

Abfahrt vom Pfitscher Joch
Rüttelpartie
Nach dem letzten Anstieg kommt das Grenzhaus, mehrere kleine Seen, das Pfitscher-Joch-Haus, ein Flachstück und eine atemberaubende Aussicht. Auf italienischer Seite führt eine Forststraße bis zum Joch hoch. Wer mit dem Gravelbike unterwegs ist und so wie ich von den Anstiegen schlapp ist und mit Kopfweh zu kämpfen hat, viel Spaß – die Piste verleitet zum Rollenlassen und schüttelt dich doch ordentlich durch. Etwa ab 1.500 m wird der Weg besser.
Durch das Pfitscher Tal
Sterzing, schieb die Pizza ins Rohr
Du kommst quasi im Talschluss unten an und das Tal ist wunderschön. Ebenso schön ist der erste größere Ort St. Jakob. Mit dem Abendlicht, das auf die sanften Grashänge fällt, dem verspielten Bach und den verfallenen Bauernhöfen wirkt es hier fast surreal kitschig. Mit nur einem kurzen Anstieg dazwischen geht es über die Straße raus bis nach Sterzing.

Eigentlich wollte ich ja weiter zum Gardasee … Eigentlich. Die Motivation hat aber mit der Aussicht auf Regen am nächsten Tag gefehlt und somit ging es für mich nach Sterzing zur Pizza. Von Sterzing ist man mit dem Zug schnell wieder über den Brenner und zurück beim Ausgangspunkt im Brixental. Viel Spaß bei deiner Transalp über das Pfitscher Joch!

FAQ zur Transalp über das Pfitscherjoch
Wie schwer ist die Transalp über das Pfitscher Joch?
Nur der Anstieg von Mayrhofen sind etwa 1.700 Höhenmeter. Bei der Mautumfahrung und ab dem Schlegeisspeicher ist es eine MTB-Strecke. Das Fahrrad muss geschoben und teilweise kurz getragen werden. Wenn das ein Problem ist, solltest du die Tour nicht machen.
Kann ich das Pfitscher Joch mit dem Gravelbike fahren?
Ja, wenn du es kannst. Es kommt auf deine Schaltung, deine Reifen und deine Fähigkeiten an. Die Abfahrt ist gut machbar, sofern du dein Rad technisch gut unter Kontrolle hast. Beim Anstieg kannst du anspruchsvolle Passagen einfach schieben.
Kann ich das Pfitscher Joch mit dem E-Bike fahren?
Das kommt auf dich und dein Rad an. Dein Rad sollte ein E-MTB sein und du musst es schieben bzw. kurz tragen bzw. anheben können. Bei der Abfahrt musst du dein Fahrrad auch auf Schotter gut unter Kontrolle haben.
Wohin kann man die Tour verlängern?
Der Klassiker wäre weiter nach Brixen und Bozen zum Gardasee.
Hier geht es zur weiteren Transalptouren
Weitere Beiträge zum Thema Bike:
Pfitscher Joch Alpenüberquerung mit dem Gravelbike
Surf Bikepacking: Mit dem Fahrrad und dem Surfboard über die Alpen und zum Surfen in die Toskana
Gravelbiketour: Kufstein Chiemsee Salzburg
105 einfache, aber wunderschöne Kilometer von Kufstein durch die bayerische Voralpenidylle zum Chiem…
Surf Bike Packing Tirol – Toskana
Surf Bikepacking: Mit dem Fahrrad und dem Surfboard über die Alpen und zum Surfen in die Toskana
Alpe Adria Radweg – Karte und Wegverlauf
Interaktive Karte des Alpe-Adria-Radwegs von Salzburg nach Grado. Zusätzlich wird die Route nach Tri…
Gravelbike Touren: Österreich, Transalp, International
Tages- und Mehrtagestouren für Österreich, über die Alpen, durch Bayern, durch Italien und bis nach …
Alpe Adria Radweg Villach – Venzone
Wunderschöne Fahrradtour auf dem Alpe-Adria-Radweg von Villach nach Venzone. Tourenbeschreibung mit …
Transalp Tirol – Gardasee
Bikepacking-Tour entlang des Inntalradwegs von Kirchberg über Innsbruck, dem Brenner und Bozen zum G…
Radtouren in Salzburg
Fahrradtouren für die Stadt und das Land Salzburg: für das Gravelbike, Rennrad, Tourenrad, E-Bike un…
Donauradweg von Amstetten nach Linz – mit dem Klimaticket
Mit den Gravelbikes von Amstetten nach Linz über den Donauradweg. Einfache Radtour mit Zug An- und A…
Dattel Erdnuss Riegel selber machen
Einfach, schnell und extrem gut: Dattel-Erdnuss-Riegel. Süße Hülle und flüssiger Kern – das gibt jed…
Gravelbiketour Wossa: Tennengau
73km, 1.400hm: Abwechslungsreiche Gravebiketour von Salzburg über Hallein und Golling ins Lammertal …
Gravelbike-Tour Pillersee und Winterstelleralm
Biketour vom Brixental zum Pillersee und über die Winterstelleralm. Anspruchsvolle Tour für MTB und …











