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Pfitscher Joch Alpenüberquerung mit dem Gravelbike

Kleine Transalp über das Stangenjoch, den Gerlospass, den Schlegeisspeicher und das Pfitscher Joch von Kirchberg in Tirol nach Sterzing

Gravelbiker in der Früh beim Start zu einer Alpenüberquerung über das Pfitscher Joch.

Die Alpenüberquerung über das Pfitscher Joch ist ein absoluter Klassiker. Die Frage ist, mit welchem Bike man die Tour angeht und wie man sie ergänzt. Ich wollte von zuhause, also aus dem Brixental, starten und zwei weitere Klassiker mitnehmen: dem Stangenjoch und den Gerlospass. Da ich ursprünglich noch zum Gardasee weiterfahren wollte, war mein Gravelbike entsprechend mit Bikepacking-Taschen beladen. Vorweg kann ich sagen: Das Pfitscher Joch ist mit dem Gravelbike befahrbar.

Tourenübersicht

Kirchberg in Tirol – Sterzing

Distanz: 155 km

Höhenmeter bergauf: 3.735

Höhenmeter bergab: 3.598

Kirchberg in Tirol, Aschau, Stangenjoch, Bramberg (Salzachtal), Wald im Pinzgau, Gerlospass, Mayrhofen im Zillertal, Schlegeisspeicher, Pfitscher Joch, Sterzing

1 Tag – 3 Pässe

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Karte: Transalp – Pfitscher Joch

Der Tourenverlauf der Transalp über das Pfitscher Joch

Die Karte zeigt den Tourenverlauf von Kirchberg in Tirol, über das Stangenjoch ins Salzachtal, über die alte Gerlosstraße ins Zillertal und über das Pfitscher Joch bis Sterzing.

Stangenjoch 1.713

Salzachtal

Vom Stangenjoch startet man mit einer feinen Abfahrt über eine Schotterstraße bis zur Baumgartenalm. Außer Kühen trifft man hier meist keine Menschenseele. Ab der Alm muss man auch mit Gegenverkehr rechnen. Aufpassen! Die perfekte Piste verleitet dazu, es richtig laufen zu lassen. Dann geht es runter ins Salzachtal nach Bramberg und den Radweg bis nach Wald im Pinzgau entlang. Auf der Passage ist Entspannung angesagt.

Gerlospass 1.531

Vom Salzachtal ins Zillertal

Die alte Gerlosstraße ist ein echtes Bike-Highlight. Auf Asphalt und bei meist wenig Verkehr geht es von Wald im Pinzgau 885 m auf 1.531 m auf den Gerlospass. Hier geht es zur klassischen Gerlosrunde.

Die alte Gerlospass Straße von Wald im Pinzgau zum Gerlospass.
Gravelbiker am Durlaßboden, besser bekannt als Gerlospass Speichersee.

Natürlich kannst du, wie ich, zum Speichersee runterfahren und den Weg entlang des Sees nehmen. Die paar Straßenkilometer, die du dir sparst, musst du jedoch teuer mit kurzen, knackigen Offroad-Anstiegen bezahlen. Auf jeden Anstieg folgt aber eine feine Abfahrt über besten Waldboden.

Pfitscher Joch 2.248

Vom Gerlospass empfehle ich dir, die Straße runter ins Zillertal zu nehmen und keinesfalls irgendwelche „Abkürzungen“ zu nehmen (wie du sie auf meiner Karte siehst), die dir Bikeplanungstools vorschlagen. Über den Radweg geht es nach Mayrhofen. Kurzer Boxenstopp, um den Zuckerspeicher nochmal ordentlich aufzufüllen, und dann geht’s los. Jetzt kommt der Teil, für den du vermutlich auf meiner Seite gelandet bist. Mayrhofen liegt auf 633 m und du musst jetzt auf 2.248 m, also viel Spaß beim Quälen. Nimm die Richtung Finkenberg und weiter nach Ginzling. Auf der Straße geht es jetzt teils steil hoch bis zur Mautstelle. Kurz davor, beim Gasthaus Breitlahner, gibt es noch einen privaten Brunnen. Rennradler und Gravelbiker dürfen über die Mautstraße. MTB und Co. müssen ausweichen. Ich nehme auch die MTB-Strecke und umfahre lieber die Tunnel und Galerien mit Autoannäherungsversuchen. Die MTB-Strecke ist zwar steil, aber mit dem Gravelbike gut machbar.

Vom Schlegeisspeicher zum Pfitscher Joch

Fahren, Schieben, Staunen

Genauso wie unzählige Touristen in Autos, Bussen oder (die nervigsten) auf Motorrädern geht es nun noch bis zum Schlegeisstausee hoch. Oben angekommen wird dich zwar die Aussicht auf den Schlegeisgrund überwältigen, die hier erbaute Parkplatzfläche wird dich aber auch sprachlos machen. Dann geht es einmal gerade durch die parkenden Automassen in den Zamser Grund. Spätestens hier wird klar: Die einfache Zugänglichkeit mit dem Auto ermöglicht zwar ein Bergerlebnis für eine breite Masse, das birgt aber auch Gefahren. Habt also Nachsicht mit Menschen, die hier auf 2.000 Meter vollkommen verloren sind, keinen sicheren Tritt mehr zusammenbekommen, nicht grüßen und im Zweifel deine Hilfe brauchen.

Kurz vor dem Pfitscher Joch. Eine Gerölllandschaft unterhalb des Gletschers.

Von der Bergsafari abgesehen ist die Landschaft grandios. Die Strecke ist anfangs noch einfach befahrbar. Dann wird es langsam anspruchsvoller. Erste Steinplatten fordern Technik und Ausdauer. Später muss geschoben werden, die Steinplatten sind zu grob. Für alle E-Biker: In den gröbsten Abschnitten gibt es Holzschieberinnen für Bikes. Der eine oder andere größere Absatz muss jedoch tragend bewältigt werden. In Summe sollte es jedoch mit dem E-Bike im Walk-Modus machbar sein. Vor dem allerletzten Abschnitt kommt noch ein kleines Plateau. Der vermutlich ehemalige Gletschersee ist heute eine wunderschöne Fluss- und Geröllebene unterhalb des Stampflkees. Der Gletscher ist ein Schatten seiner selbst. Gut zu erkennen sind die beiden Seitenmoränen, die zeigen, wo der Gletscher vor nicht allzu langer Zeit einmal war. Ich hoffe, du fährst auch mit dem Zug retour und sparst so etwas CO₂ ein – danke!

Ein Gravelbike am Pfitscher Joch.

Abfahrt vom Pfitscher Joch

Nach dem letzten Anstieg kommt das Grenzhaus, mehrere kleine Seen, das Pfitscher-Joch-Haus, ein Flachstück und eine atemberaubende Aussicht. Auf italienischer Seite führt eine Forststraße bis zum Joch hoch. Wer mit dem Gravelbike unterwegs ist und so wie ich von den Anstiegen schlapp ist und mit Kopfweh zu kämpfen hat, viel Spaß – die Piste verleitet zum Rollenlassen und schüttelt dich doch ordentlich durch. Etwa ab 1.500 m wird der Weg besser.

Durch das Pfitscher Tal

Sterzing, schieb die Pizza ins Rohr

Du kommst quasi im Talschluss unten an und das Tal ist wunderschön. Ebenso schön ist der erste größere Ort St. Jakob. Mit dem Abendlicht, das auf die sanften Grashänge fällt, dem verspielten Bach und den verfallenen Bauernhöfen wirkt es hier fast surreal kitschig. Mit nur einem kurzen Anstieg dazwischen geht es über die Straße raus bis nach Sterzing.

Ein sanfter grüner Grashang im Pfitschertal.

Eigentlich wollte ich ja weiter zum Gardasee … Eigentlich. Die Motivation hat aber mit der Aussicht auf Regen am nächsten Tag gefehlt und somit ging es für mich nach Sterzing zur Pizza. Von Sterzing ist man mit dem Zug schnell wieder über den Brenner und zurück beim Ausgangspunkt im Brixental. Viel Spaß bei deiner Transalp über das Pfitscher Joch!

Der Zwölferturm in Sterzing.

FAQ zur Transalp über das Pfitscherjoch

Wie schwer ist die Transalp über das Pfitscher Joch?

Nur der Anstieg von Mayrhofen sind etwa 1.700 Höhenmeter. Bei der Mautumfahrung und ab dem Schlegeisspeicher ist es eine MTB-Strecke. Das Fahrrad muss geschoben und teilweise kurz getragen werden. Wenn das ein Problem ist, solltest du die Tour nicht machen.

Kann ich das Pfitscher Joch mit dem Gravelbike fahren?

Ja, wenn du es kannst. Es kommt auf deine Schaltung, deine Reifen und deine Fähigkeiten an. Die Abfahrt ist gut machbar, sofern du dein Rad technisch gut unter Kontrolle hast. Beim Anstieg kannst du anspruchsvolle Passagen einfach schieben.

Kann ich das Pfitscher Joch mit dem E-Bike fahren?

Das kommt auf dich und dein Rad an. Dein Rad sollte ein E-MTB sein und du musst es schieben bzw. kurz tragen bzw. anheben können. Bei der Abfahrt musst du dein Fahrrad auch auf Schotter gut unter Kontrolle haben.

Wohin kann man die Tour verlängern?

Der Klassiker wäre weiter nach Brixen und Bozen zum Gardasee.


Hier geht es zur weiteren Transalptouren


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